Die Selbstverständlichkeit mit der Kinder Forschen und Experimentieren wollten wir aufgreifen und fördern. Wir möchten diesem Interesse, eingebettet in Alltagssituationen, auf den Grund gehen, diese Bildungsprozesse bewusst und mit allen Sinnen wahrnehmen. Naturwissenschaftliche und technische Phänomene wollten wir mit einfachen Experimenten “begreifbar” machen. Themen die das ganzheitliche Lernen im Kindergarten unterstützen, also Aktivitäten die sich in anderen Bereichen wie Werken, Bauen, Festgestaltung und Zeichentechniken wiederfinden, wurden behandelt und in Bezug zum Jahresablauf gebracht. Mädchen und Buben sollten die Faszination am “Forschen und Experimentieren” als Grundstein für spätere Interessensgebiete dienen. Die Einbindung von Hauptschulkindern bildete ein soziales Netz, das sowohl “Große” wie “Kleine” in ihrem Tun bestärkt und verbindet.
Einmal wöchentlich wurde unter Themenvorgabe geforscht, an den restlichen Tagen hatten die Kinder die Möglichkeit Erforschtes zu vertiefen oder weiter zu entwickeln. Das gesamte Projekt wurde in Form von Portfolio dokumentiert.



Aus unserem Kräutergarten haben wir Lavendelblüten geerntet, aus denen wir Parfüm herstellten. Wir benötigten also Lavendelblüten, 1 Glasschale, 1 Teelöffel, 1 Kaffeefilter, Filterpapier, 1 Glas mit etwas Wasser und ein verschließbares Gläschen als Parfümfläschchen. Einige Teelöffel Lavendelblüten wurden in die Schale gegeben und mit dem Löffel zerdrückt. Dann wurde etwas Wasser dazugegeben und vermischt. Anschließend wurde das Lavendelwasser durch den Filter in das Fläschchen gegossen.
Reflektion: Lavendelblütenduft lässt sich gut in Wasser lösen und färbt das Parfüm leicht lila. Ein Flakon lässt das Parfüm nicht nur wertvoller erscheinen, man kann damit den Duft auch wunderbar sprühen!



Wir benötigten für das Experiment eine Kerze, ein Glas, eine Schale und Zündhölzer. Das Teelicht wurde in die Schale gestellt und angezündet. Erklärung: Die Kerze braucht zum Brennen Luft. Stellt man ein mit Luft gefülltes Glas über die brennende Kerze, dann erlischt die Flamme allmählich. Dabei wird das Wachs in Wasser(dampf) und Kohlenstoffdioxid umgewandelt. Der Wasserdampf ist am Glasinneren zu erkennen.
Reflektion: Der Wasserdampf war nicht immer zu erkennen. Die Kinder haben sich gut gemerkt, dass das Glas nicht leer, sondern mit Luft gefüllt ist. Dass die Flamme erlischt wenn man das Glas darauf stülpt, wussten die Kinder noch Wochen später.



Wir benötigten dafür Papier, Öl, Pinsel und Farbe. Das Papier wurde mit Pinsel und Farbe bemalt, und nach dem Trocknen mit Öl transparent gemacht.
Reflektion: Fettflecken können auch Freude machen. Unsere Laternen leuchteten wunderschön.



Wir benötigten ein Glas, eine Kanne mit gefärbtem Wasser und eine Wasserwaage. Vor Beginn des Experiments wurden folgende Fragen gestellt:
Was ist eine Waage?
Antworten:
"Da kann man die Füße draufstellen."
"Da sieht man wie schwer man ist."
"Ich weiß es, das hat mein Papa, das ist zum Ausmessen!"
Wir füllten das gefärbte Wasser in das Glas und beobachteten was passiert, wenn wir das Glas schief halten.
Reflektion: Um besser zu erkennen dass der Wasserspiegel gerade bleibt, mussten wir einen geraden Gegenstand hinter das Glas geben. Tage später bekamen die Kinder ein Bild auf dem drei Gläser abgebildet waren, deren Wasserinhalt zweimal schief und einmal waagrecht eingezeichnet war - alle Kinder erkannten den waagrechten Wasserspiegel als richtig.



Verschiedene Uhren standen den Kindern zum Beobachten zur Verfügung (Eieruhren, alte Armbanduhren, Wecker...). Wir beobachteten die Sonnenuhr auf der Kirchenfassade und eine Kuckucksuhr bei einem Kindergartenkind zu Hause. Für den Mittertag bauten die Kinder eine Uhr mit richtigem Uhrwerk.
Experiment Sanduhr:
4 verschiedene Sanduhren standen zur Verfügung. Über einen längeren Zeitraum beobachteten die Kinder die Zeitunterschiede und Rieselgeschwindigkeit. Auf einem Blatt Papier konnten sie die Reihenfolge von der langsamsten bis zur schnellsten Sanduhr nach Farbe eintragen.
Reflektion: Selbst 3-jährige lösten die Aufgabe richtig.



Ein Mädchen aus unserer Kindergartengruppe brachte die "schnellste Blume" mit in den Kindergarten, um sie beim Wachsen zu beobachten. Täglich wurde an einer im Blumentopf verankerten Kartontafel die Größe markiert.
Reflektion: Die Amaryllis wuchs täglich 3cm und wurde 62 cm groß. Die Kinder hatten Freude am Notieren der Größe und hatten ab diesem Zeitpunkt auch mehr Spaß daran ihre Körpergröße an einer dafür montierten Leiste mit Namen einzutragen und zu beobachten wie sie wuchsen.



Ein weißer Teller wurde mit wenig Wasser gefüllt. In die Tellermitte legten wir einen Zuckerwürfel. Darauf tropften wir mit einer Pipette Seidenmalfarbe. Die Kinder konnten nun beobachten wie sich der Zucker auflöste und sich die Farbe verteilte.
Reflektion: Aufgrund des wunderschönen Farbenspiels hatten wir die Idee, auf den Teller ein rundes, saugfähiges Blatt Papier zu legen. Tatsächlich gelang unser Experiment und wir konnten so das Farbenkunstwerk als "süße" Osterkarten weiterverarbeiten.



Schüler der 4. Klasse der Hauptschule Neuberg/Mürz bereiteten 7 verschiedene Experimente aus den Bereichen Physik, Chemie und Technik vor und setzten diese mit den Kindergartenkindern gemeinsam im Physiksaal um.
Experimentiert wurde mit:
- Licht und Farbe
- Spiegelbildern
- Wasser
- Wasser als Lösungsmittel
- Luft und Luftdruck
- Veränderung von Stoffen
- Schall, Schallleitung



Nachdem die Kinder die Weihnachtsgeschichte gehört, und Bilder von verschiedenen Ställen gesehen hatten, wurde besprochen was ein Plan ist?
Antworten:
"Etwas zum Nachdenken"
"Etwas das man im Kopf hat und was man auf einem Blatt hat"
"Wo man was aufizeichnet und des dann nachmacht"
Wir besuchten eine Weihnachtskrippenausstellung bei der die Kinder die Unterschiedlichkeit von Bauart und Materialien, sowie Größe sehen konnten. Nun zeichnete jedes Kind einen Plan von der Weihnachtskrippe. Gebaut wurden die Krippen dann nach Plan, gemeinsam mit dem Tischler Gerhard Ulm in dessen Tischlerwerkstatt. Fertiggestellt wurden die Krippen mit verschiedenen Materialien im Kindergarten.



Den Abschluss dieses Forschungsprojektes bildete ein Ausflug ins Kindermuseum "Frida&Fred" nach Graz, wo wir uns die Ausstellung "Blubberblubb - eintauchen in eine wundersame Wasserwelt" anschauten.
Willst du Wassertropfen sichtbar machen?
Entdecke die bunte Welt der Wasserlebewesen!
Wie kannst du Wasser zum Klingen bringen?
Versuch dich als Wasserkünstler!
Die Ausstellung blubberblubb widmete sich einem großen und wichtigen Thema: dem Wasser. Sowohl unser Planet Erde als auch der menschliche Körper bestehen zum Großteil aus Wasser. Und alles Lebendige braucht Wasser... Unter diesen Gesichtspunkten tauchten die Kinder in die vielfältige Welt des Wassers ein. Sie experimentierten mit Wasser, lernten es als lebensspendendes Elixier kennen und ließen sich von mystischen Wasserwelten verzaubern.